Spätestens in Ihrem 2. Ausbildungshalbjahr werden Sie innerhalb Ihres BdU's (Bedarfsdeckenden Unterrichts) damit konfrontiert, Schülerleistungen zu beurteilen und ggf. mit einer Note zu bewerten (frühestens ab Klasse 3, spätestens ab Klasse 4).

Das Beurteilen und Bewerten von Schülerleistungen gehört zu einer der wichtigsten, aber auch zu einer der schwierigsten Aufgaben als (zukünftiger) Lehrer / Lehrerin.
Rechtliche Vorgaben regeln, welche Leistungen zu welchem Zweck, nach welchen Maßstäben beurteilt werden sollen.

Es gilt: Wer seinen Unterricht gemäß des pädagogischen Auftrags der Grundschule gestaltet, in offenen Unterrichtsformen mit differenzierten Lernanforderungen, der muss auch die erbrachten Leistungen der Kinder differenziert bewerten.

Beobachtungen und Leistungen beurteilen

In den Klassen 1 und 2 werden die Leistungen der Kinder nach individuellen Maßstäben (individueller Lernzuwachs und Lernfortschritte) beurteilt. In den Klassen 3 und 4 tritt neben dem individuellen Maßstab der anforderungsbezogene Maßstab hinzu. Die Anforderungen werden vom Lehrer, orientiert an den Vorgaben der Richtlinien und Lehrpläne und den Lernvoraussetzungen der Lerngruppe, festgelegt.

Beobachtungs- u. Beurteilungsverfahren können sein:

1. Beobachtungsbögen

Gestalten sich entweder mit offenen Fragen (Wie stellt sich der SS auf neue Aufgaben ein?) oder mit Vorgaben verschiedener Merkmalsausprägungen (Konzentration, Selbstständigkeit,..).
Hier finden Sie Beispiele für Beobachtungsbögen:

2. Eigenschaftslisten

Sind eine reichhaltige Sammlung von Merkmalsausprägungen, allerdings werden
Eigenschaftsbegriffe dann problematisch, wenn man sich auf diese fixiert und diese
so zu einer Charakterbeurteilung führen.

3. Schätzskalen

Hier wird die Ausprägung eines Merkmals durch eine Zahl oder durch Ankreuzen auf einer
Skala angegeben
(Mitarbeit im Unterricht: Nie –3 –2 –1 0 +1 +2 +2 sehr häufig)

4. Pädagogisches Tagebuch

In Momentsituationen werden Verhaltensweisen festgehalten. Diese machen den schulischen
Alltag und Schülerverhalten erinnerbar und rufen im Gedächtnis viele andere vergleichbare
Situationen hervor, die nicht aufgeschrieben wurden. (Gefahr der Zusammenstellung
eines Sündenregisters)

5. Lernbegleitbögen

Festgehalten werden die Anforderungen (grundlegende und weiterführende), die Lernziele,
die schriftlichen Arbeiten der Kinder und Klassenarbeiten.

6. Portfolios

Stellen eine individuelle Sammlung der Lernergebnisse eines Schülers (gesammelte Lernspur) dar, die es erlaubt, die Lernwege und das Leistungsspektrum der Kinder nachzuzeichnen. In den Entwürfen der neuen Lehrpläne wird die Beurteilung mit Hilfe von Portfolios empfohlen. Wer sich auch jetzt schon mit dieser Form der Beurteilung auseinander setzen möchte, dem können die folgenden Bücher helfen:

  • Brunner, Ilse; Schmidinger, Ilse: Gerecht beurteilen. Portfolio: die Alternative für die Grundschulpraxis. Linz: Veritas Verlag, 2000
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Weitere Literaturempfehlungen zu Thema "Beurteilen":

  • Bartnitzky, H. (Hrsg.): Umgang mit Zensuren in allen Fächern. Frankfurt a. M.: Cornelsen Scriptor Verlag, 1989
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  • Bartnitzky, H.; Portmann, R.: Leistung der Schule - Leistung der Kinder. Frankfurt a. M.: Arbeitskreis Grundschule - Der Grundschulverband - e.V., 1992